IG Südumfahrung NEIN
Keine Autobahn im Leimental
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Beweggründe für die Initiative


Natur und Landschaft

Das Trasse der Südumfahrung liegt mit Ausnahme des in der Birsebene liegenden Abschnittes von Aesch im Sundgauer Hügelland, welches sich durch seine in der Schweiz sehr seltenen Löss-Lehm Böden auszeichnet. Das Gebiet ist reichhaltig gegliedert und für die Schweiz einzigartig: Nebst den ausgedehnten Siedlungsgebieten wechseln ökologisch äusserst wertvolle Waldflächen (darunter grossflächige, teilweise geschützte Eichen-Hagebuchen- und Traubenkirschen-Eichen-Waldgesellschaften) mit ausgedehnten, fruchtbaren Ackerflächen und für das Baselbiet typischen Streuobstgärten ab. Grundlagen, die mit einem milden Klima eine reiche Pflanzen- und Tierwelt ermöglichen. Der Wert gerade dieser Landschaft und der Natur wiederspiegelt die Aufnahme in die gesamteuropäischen Programme SMARAGD (SMARAGD-Gebiet: Netzwerk für europaweit gefährdete Lebensräume, Tiere und Pflanzen in der Schweiz) und Important Bird Areas (IBA) zur Erhaltung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt für künf-tige Generationen.

IBA "Tafeljura-Landschaft Baselland/Solothurn"

Die Südumfahrung liegt in der IBA Tafeljura-Landschaft Baselland/Solothurn. Zu IBA's werden Gebiete ernannt, in welchen Vogelarten vorkommen, in denen die Anzahl der darin lebenden Individuen im Vergleich zur Fläche des IBA-Gebiets und des europäischen Gesamtvorkommens- überproportional gross ist. Von den 22 schweizerischen IBA-Arten brüten 8 im Gebiet der Südumfahrung.

Auswirkungen auf die Vogelwelt

Von 50 in der Schweiz als bedroht und besonders förderungswürdig betrachteten Brutvogelarten, leben 9 in dem von der Strasse betroffenen Gebiet. Das von der Strasse betroffene Leimen- und Birstal wird zudem nicht nur als Brutareal genutzt, sondern ist auch als Durchzugs- und Überwinterungsgebiet von Bedeutung. Das Gebiet bietet vielen Vögeln Nahrungs-, Rast- und Ruheplätze. So können Massen von verschiedenen Klein- und Greifvögel und hin und wieder Watvögel beim Durchflug, bei der Nahrungssuche oder beim Auftanken von Kräften für den Weiterflug beobachtet werden.

In den durch den ökologischen Ausgleich entstandenen Flächen (Buntbrachen, Hecken, Weiher etc.) des Gebietes Erlenhof-Schlatthof haben nach vielen Jahren ohne Brutvor-kommen wieder mehrere Paare des gefährdeten Schwarzkehlchens erfolgreich Junge aufziehen können. Als weitere Höhepunkte können z.B. das erstmalige Überwintern des eins-tigen Brutvogels Raubwürger (Ettingen-Aesch) und die Beobachtungen von Rohr- und Kornweihen erwähnt werden. Wäre dies alles nach dem Bau dieser Hochleistungsstrasse noch möglich? Wohl kaum!

Auswirkungen auf Amphibien, Insekten, Säugetiere

Sind die Vögel hauptsächlich von der Zerstörung ihrer Lebensräume durch die Strasse betroffen, erwarten "Fussgänger" wie Rehe, Dachse und unzählige Kleintiere wie Schne-cken und Käfer noch stärkere Beeinträchtigungen. Die Südumfahrung bildet für sie wie auch für viele tief fliegende Insektenarten ein unüberwindbares Hindernis. Am Bernhardsberg und im Schlatthofgebiet entsteht ein herber Verlust für Schachbrett-Falter & Co. Frösche und Kröten legen auf ihren Wanderungen von und zu den Laichplätzen Strecken von bis zu drei Kilometern zurück (z.B. Kreuz- und Erdkröten). Leicht vorstellbar, wie gravierend die Qualität deren Lebensräume, z.B. bei der "Ziegelei Oberwil" (Amphibienlaich-gebiet von nationaler Bedeutung) durch den geplanten Strassenbau vermindert würden.

Auswirkungen auf den Feldhasen

Der Feldhase benötigt einen grossen, möglichst ungestörten und vielfältigen Lebens-raum, der Nahrung und Deckung bietet. Das Gebiet zwischen Aesch, Ettingen, Reinach und Therwil bietet ihm ideale Lebensbedingungen und entsprechende Fördermassnahmen werden dort seit einigen Jahren durch das BUWAL und die Vogelwarte Sempach untersucht.

Sollte die Südumfahrung gebaut werden, würde das mögliche Verschwinden von Meister Lampe, dem Gartenrotschwanz und anderen Arten in Kauf genommen werden.

Ein schöner und einzigartiger Lebensraum ginge für den Menschen, für die Tier- und die Pflanzenwelt für immer verloren.



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Gute Gründe...

Ablehnung durch die Betroffenen
Die betroffene Bevölkerung und die meisten Leimentaler Gemeinden lehnen die Südumfahrung deutlich ab. Damit stellt sich die Situation anders dar als bei den Projekten in Frenkendorf / Füllinsdorf mit der H2 oder bei den Umfahrungen von Sissach und Grellingen. »»»

Tobias Winter, Basel:

«Was für ein Problem soll denn gelöst werden? Der Verkehrstau verlagert sich nur zum nächsten Punkt.»